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11.08.2026 – Regionalverband Nordost

Wahlkompass zur Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026

2026 wählen die Berlinerinnen und Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Gesundheitspolitische Entscheidungen auf Landesebene beeinflussen auch die Rahmenbedingungen für die physiotherapeutische Versorgung. Das reicht von der Fachkräftesicherung und Ausbildung über die tägliche Arbeit bei Hausbesuchen bis hin zur Frage, welche Rolle Physiotherapeut*innen künftig in der Primärversorgung übernehmen können.

Deshalb hat Physio Deutschland – Regionalverband Nordost die Parteien um Stellungnahmen zu fünf zentralen Wahlprüfsteinen gebeten. Ziel ist es, unseren Mitgliedern eine Orientierung darüber zu geben, wie die Parteien zu wichtigen berufspolitischen Themen stehen.

Im Mittelpunkt standen die Entlastung bei Hausbesuchen, die Sicherung und Weiterentwicklung von Studienplätzen für Physiotherapie, die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, der Direktzugang zur Physiotherapie sowie die Einrichtung einer Physiotherapeutenkammer in Berlin.

Die eingegangenen Antworten wurden anhand ihrer inhaltlichen Aussagen bewertet und im Wahlkompass zusammengefasst. Die Bewertung orientiert sich ausschließlich an den schriftlichen Rückmeldungen der Parteien und stellt keine Wahlempfehlung dar.

Hinweis zur Grafik: Grün steht für Zustimmung, Gelb für eine neutrale beziehungsweise eingeschränkte Position. Grau kennzeichnet Parteien, von denen bis zum Redaktionsschluss keine Antwort vorlag.

Bei mehreren Themen zeigt sich eine breite Übereinstimmung. Grüne, CDU, SPD, FDP und Die Linke sprechen sich für Erleichterungen bei Hausbesuchen sowie für eine Vereinfachung beziehungsweise Beschleunigung der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse aus. Bei der Akademisierung und den Studienplätzen fällt das Bild etwas differenzierter aus: Grüne, SPD, FDP und Die Linke positionieren sich positiv. Die CDU wurde aufgrund ihrer Antwort in diesem Punkt als neutral eingeordnet. Die SPD formuliert dagegen sehr konkret, dass bestehende Studienplätze gesichert, akademische Ausbildungsangebote ausgebaut und neue Studienplätze geschaffen werden sollen.

Auch beim Direktzugang zeigen sich Unterschiede. Grüne, SPD, FDP und Die Linke unterstützen eine Weiterentwicklung in diese Richtung. Die SPD bezeichnet den Direktzugang ausdrücklich als sinnvolle Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen und will sich dafür sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene einsetzen. Die CDU haben wir hier aufgrund ihrer an Voraussetzungen geknüpften Position als neutral eingeordnet.

Am deutlichsten unterscheiden sich die Positionen bei der Physiotherapeutenkammer. Während die Grünen deren Einrichtung unterstützen, fallen die Antworten von CDU, SPD, FDP und Linken zurückhaltender aus und wurden deshalb als neutral eingeordnet. Die SPD steht einer Kammer grundsätzlich offen gegenüber, betont jedoch, dass eine solche Entscheidung von den Physiotherapeut*innen selbst getragen werden müsse.

Bis zum Redaktionsschluss lagen uns von der AfD keine Antworten vor. Sie konnte deshalb im Wahlkompass nicht inhaltlich bewertet werden.

Die vollständigen Antwortschreiben der einzelnen Parteien haben wir in einer PDF zum Nachlesen zusammengefasst,  damit Interessierte sich selbst ein umfassendes Bild machen können.